Nicht nur die evangelische Gemeinde Eilendorf, viele Eilendorfer werden Pfarrer Johnsen und sein Engagement für den Stadtteil vermissen. Er prägte 21 Jahre lang das Geschehen in seiner Gemeinde und in vielen anderen Bereichen.
„Eigentlich möchte ich noch nicht Abschied nehmen, aber ich mache gerne Platz für die Neuen“, schaut Johnsen mit Wehmut auf seinen bevorstehenden Ruhestand. Bereits im letzten Sommer ist er aus dem Gemeindehaus an der evangelischen Versöhnungskirche ausgezogen und hat im Frankenberger Viertel ein neues Zuhause gefunden.
Mit der Entpflichtung durch Superintendentin Verena Jantzen am 6. Juni in der Versöhnungskirche und anschließender Abschiedsfeier, „von deren Planung ich nichts wissen darf“ wird seine Ära in Eilendorf beendet. Dann übernehmen Pfarrer Jan Lübking und Pfarrerin Astrid Brus die Gemeinde. Beide sind allerdings gar nicht so neu. Lübking ist seit 2023 und Brus seit 2025 in der Gemeinde aktiv.
Pfarrer Johnsen weiß, „auf die Kirchen kommen in Zukunft personelle Veränderungen zu, die Kirchen werden immer kleiner, und damit wird es auch weniger Pfarr- und Personalstellen geben. Doch auch die großen Umstellungen in den letzten Jahren haben wir mit Erfolg gemeistert“. Es gibt regelmäßige Gottesdienste mit Musik, Literatur, Lesungen und jetzt auch den Walk- und Talk- Gottesdienst, die sehr gut angenommen werden. Auch die Abendgottesdienste sind gut besucht; und die Kulturveranstaltungen in der Versöhnungskirche wird es weiter geben.
Auf Neuerungen musste er sich in den 21 Jahren in Eilendorf öfter einstellen. 2009 fusionierte die Kirchengemeinde Eilendorf mit der Gesamtgemeinde Aachen und dem Bereich Nord. Vor seiner Amtszeit in Eilendorf hat sich Johnsen für den Christlich-Islamischen Dialog eingesetzt, und war 2005 Mitbegründer des Arbeitskreises ‚Dialog der Religionen in Aachen‘. Er hat den Bau der Yunus Emre Moschee mit begleitet und pflegt guten Kontakt zur Bosnischen Gemeinde.
Besondere Ideen hat Johnsen für seinen Ruhestand nicht. Er malt gerne, spielt Theater, fährt gerne Fahrrad, liest viel und macht Kirchenkabarett. Mit seinen „Protestantischen Printen“ ist er noch auf Tour in Lammersdorf, Neuss und auf dem Kirchentag in Düsseldorf.
Seine Frau Carola verstarb 2017 nach langer Krankheit und hinterließ eine große Lücke. Daher ist der gute Kontakt zu seinen vier Kindern sehr wichtig. Alle vier haben ein unterschiedliches Leben, sie leben in Aachen, Köln, Bonn und Karlsruhe und damit nicht wirklich weit weg. Der Ruhestand wird sicherlich anders, aber nicht langweilig. „Ich ziehe mich auch erstmal aus Eilendorf zurück und lasse die Neuen machen, aber es wird bestimmt Projekte geben, bei denen ich mich wieder einbringen kann“, schaut Johnsen in die Zukunft, „denn ich habe mich immer sehr wohlgefühlt in Eilendorf!“