Wieviel hat sich doch verändert in der Geschichte unserer Frauengemeinschaft! Zwischen den beiden Fotos liegen fast 100 Jahre. Der Zweite Weltkrieg mit dem furchtbarem Leid, dem Tod und der Zerstörung führte zu einer Zäsur im Leben des Einzelnen und der Gesellschaft. Manche sprachen gar von der „Stunde Null“.
Nach 1945 wuchs eine neue Generation heran, die die alten Werte infrage stellte und lautstark für mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und Teilhabe kämpfte. Die Frauen in Eilendorf waren mittendrin in diesem Prozess. Das Konzil (1962-1965) beflügelte sie, ihren Glauben persönlicher und lebendiger zu leben. Und vor allem die Frauenbewegung trug zur Emanzipation der Frauen bei. Ihre Stellung in Ehe, Familie und Gesellschaft änderte sich und machte sie selbstbewusster und fordernder. Nichts wurde als selbstverständlich hingenommen, sondern hinterfragt und neu ausgehandelt. Gesetze – selbst das Grundgesetz – mussten der Entwicklung Rechnung tragen und im Laufe der Jahre angepasst werden.
Was aber bleibt bei all den Umbrüchen und Neuanfängen als Wesentliches und Unverzichtbares für unsere Frauengemeinschaft? Als Erstes möchte ich die Gemeinschaft nennen, das Netz, das Frauen trägt, wie es in einem unserer Schwerpunktthemen hieß.
Die Treffen in unseren Gruppen, in denen auch Persönliches zur Sprache kommen kann, sowie Ausflüge, Wanderungen, kreative Angebote und nicht zuletzt auch das zwanglose Klönen in der Oase, all dies ermöglicht Gemeinschaft und Nähe.
Als Zweites ist unser Engagement in der Gesellschaft zu nennen. In Informations- und Diskussionsrunden, bei Weltgebetstagen, Kundgebungen und Aktionen weiten wir unser Bewusstsein für Probleme in der Gesellschaft, Kirche, der Welt.
Für all dies ziehen wir als Drittes Kraft aus dem Glauben, der uns eine Grundzuversicht schenkt und uns trägt. Auch wenn die Kritik der Frauen an der Kirche mitunter laut ist, so bleiben wir ihr doch verbunden und feiern mit und in der Kirche.
Ich wünsche unserer kfd für die Zukunft Zuversicht, Freude, Mut und Frauen Power.
So laden wir Sie herzlich ein, mit uns am 10. August unser Jubiläum im gemeinsamen Gottesdienst um 11 Uhr zu feiern.
Angelika Quadflieg
Im Anschluss begrüßt die kfd alle Gäste in der Oase des Pfarrheims in der Marienstraße, wo es zunächst einen kleinen Imbiss geben wird, bevor das kurze Festprogramm beginnt.
Nach dem Festprogramm sind alle Gäste herzlich eingeladen zu verweilen und den runden Geburtstag bei Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen ausklingen zu lassen. Vorstandsvorsitzende Ulrike Begiebing möchte in dieser offenen Runde auch die kfd Frauen aus Eilendorf zu Wort kommen lassen und im Stil „vier Fragen, ein Jocker“ interessante Themen ansprechen.
Alle Mitglieder, Freundinnen und Freunde, sowie alle, die sich mit den Frauen der kfd St. Severin über diesen besonderen Geburtstag freuen, sind zu den Feierlichkeiten eingeladen. Mitglieder und Ehrengäste erhalten eine persönliche Einladung.
Für die kfd
Ulrike Begiebing