„Spuren jüdischen Lebens in Eilendorf“

Jüdische Familien in Eilendorf, sie lebten unter uns“, mit diesem Kapitel schlägt der Eilendorfer Heimatverein ein neues Kapitel auf. Nach drei Jahren intensivster Arbeit liegen nun die neuen Heimatblätter auf dem Tisch und darin finden sich Geschichten von Menschen wieder, die einmal Teil des Lebens in Eilendorf waren. Geboren, geheiratet und zurückgekommen, anhand der Geschichten unter anderem von Familie Pauly und Familie Wallach soll, wenn auch erst sehr spät, der Beginn eines neuen Dialoges stattfinden. Helmuth Kind, Vorsitzender des Heimatvereins, betont ausdrücklich, dass „dieses Buch kein Schlussstrich“ sein wird. Da es keine direkten Deportationen aus Eilendorf gab, sondern jüdische Familien von Eilendorf aus zunächst in Aachener Sammelunterkünften gebracht wurden, gibt es in den Unterlagen offiziell keine Juden, die aus Eilendorf deportiert wurden. Doch viele mussten ihre Heimat verlassen, sowie Familie Pauly. Anhand dieser Geschichte der Familie aus den USA, die jahrzehntelang auf der Suche nach ihren Wurzeln war, wird dem Leser das Schicksal einzelner nah gebracht. Wie so viele haben sie nach dem Krieg ihre Verwandten gesucht. Doch seitens der Behörden gab es zwischen 1933 und 1938 keine Juden, obwohl im Jahr 1933 noch 29 Juden in Eilendorf gemeldet waren. 1938 wurden Listen mit deportierten Juden zur Einsicht freigegeben. Doch wie erwähnt, brachte das viele auch nicht weiter. 1946 versuchte die Familie Pauly über eine Annonce, Kontakt herzustellen, gleiches versuchte sie nochmals 1978, vergeblich. Über diese Suche findet der Leser in den Heimatblättern ein Interview, ungekürzt und damit authentisch. Mit der Gründung des Heimatvereins 1983 hatten viele Suchende endlich einen Ansprechpartner. Von Beginn an sammelte Hubert Beckers Dokumente, Fotos, Urkunden und alles was ihm zugetragen wurde und legte damit den Grundstein für die jetzige Aufarbeitung.
So konnte auch schlussendlich die Familiengeschichte von Pauly und Wallach zusammengefügt werden, „Puzzle um Puzzle verdichteten sich Vermutungen, Aussagen, Bilder zu dem, was wir heute vorliegen haben: dieses Buch und die Gewissheit, dass Anne Frank die beiden Familien über die Großeltern verbindet!“ Eine von vielen spannenden Geschichten die nicht irgendwo stattfanden, sondern bei uns um die Ecke. Hintergründe, Dokumente, Bilder und alles rund um das jüdische Leben in Eilendorf finden Sie in den Heimatblättern. Sicher auch ein tolles Geschenk für Weihnachten. Erhältlich sind die Heimatblätter direkt beim Heimatverein, Weiße Schule, Kirchplatz 1.