Nicht nur das Frühjahr kommt langsam ins Rollen, auch die neue Fahrrad-Rikscha des Seniorenzentrums St. Severin rollt ab sofort durch Eilendorf. Mit der Premieren-Tour durch den Stadtbezirk hat Monika Kames-Austinat, Leiterin des Seniorenzentrums und Initiatorin des Projektes in Eilendorf, die Rikscha schon erfolgreich eingeführt. „Wir bekamen direkt positive Rückmeldung von den Passanten, die auch schon gerne mitfahren würden,“, erzählt sie von ihrer ersten Tour durch Eilendorf. Offiziell wurde die Rikscha des Seniorenzentrums St. Severin im März vorgestellt, und bei bestem Fahrradwetter kamen die Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, Bezirksamtsleiter Martin Freude und alle Initiatoren und Förderer des Projektes ebenfalls in den Genuss einer Probefahrt. Die Begeisterung war bei allen Mitfahrern sehr groß, und „wir sind froh, dass es jetzt losgeht. Auch die Senioren freuen sich schon auf den Start des Projektes“ beschreibt Kames-Austinat die Vorfreude in ihrem Haus.
Seit Herbst 2020 können sich lokale Einrichtungen und Organisationen landesweit für eine E-Fahrradrikscha bewerben. Zusammen mit der Eilendorfer Rikscha unterstützt die Caritas Aachen bereits drei Rikscha-Projekte in Aachen. „Mit den Rikscha Ausfahrten möchten wir vor allem den Seniorinnen und Senioren ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit in der langen Zeit der Pandemie und der Isolierung zurückgeben“, erklärt Ute Fischer von der Caritas die Intention des Projektes. Ideengeber und jetzt auch Kooperationspartner der Caritas Aachen ist der Verein „Radeln ohne Alter Deutschland“, der Deutschlandweit bereits mit dem Projekt unterwegs ist. Finanziert wurde die Anschaffung der Rikscha zu 50 Prozent aus Bezirklichen Mitteln, zu 21 Prozent aus Fördermitteln des Landes NRW für E-Mobilität und zu 29 Prozent aus dem Stadtteilfond der Stadt Aachen.
Die ein bis zweistündigen Rikscha-Fahrten ermöglichen den Senioren nicht nur Aktivität und Mobilität, auch die Kommunikation mit den „Piloten“ und Mitfahrern, und die Vernetzung mit dem Quartier bietet den Menschen soziale Teilhabe an ihrer direkten Umgebung. Die Ziele der Ausfahrten werden von den Mitfahrern bestimmt. So können zum Beispiel Touren in die Eilendorfer Umgebung stattfinden, aber auch das Pfarrfest, das Bürgerfest oder ein Café kann angefahren werden. Im Fokus der Fahrten stehen gemeinsame Erlebnisse, über die sich die Menschen austauschen können. „Taxifahrten“ für alltägliche Erledigungen sind in dem Projekt nicht vorgesehen. Für die Zukunft können sich die Initiatoren aus dem Bezirk eine Ausweitung des Angebots auch auf jüngere Menschen mit eingeschränkter Mobilität vorstellen. Dafür müssten allerdings erst die Rahmenbedingungen geklärt sein. Im ersten Schritt ist die Nutzung für die Bewohner des Seniorenzentrum St. Severin vorgesehen. Interessierte Ehrenamtler können sich aber schon jetzt bei der Caritas zu „Piloten“ ausbilden lassen. In Zukunft soll es eine Buchungsplattform geben, auf der sich „Piloten“ eintragen und Mitfahrer Fahrten buchen können. Bis dahin können die Fahrten telefonisch bei der Caritas gebucht werden.