Sanierte Kläranlage sparsamer und leiser

Die Gäste und Vertreter der Medien lassen sich von Dr.-Ing. Joachim Reichert die Neuerungen der biologischen Reinigungsstufe erklären.

Foto: Wasserverband Eifel-Rur

 

 

Der Wasserverband Eifel-Rur hatte an der Kläranlage Aachen-Eilendorf umfangreiche Investitionsmaßnahmen zur Optimierung und Substanzsicherung der technischen Ausrüstung im Bereich der biologischen Abwasserreinigung und der Schlammentwässerung vorgenommen. Mit dieser Investition von knapp 2,5 Millionen Euro wurde die Kläranlage nicht nur an den modernen Stand der Technik angepasst, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Abwasserreinigung insgesamt optimiert. Zugleich wurden durch die Projektdurchführung auch deutliche Einsparungen beim Einsatz wesentlicher Betriebsmittel wie elektrischer Energie erzielt. Außerdem kann nun der Personalaufwand für den Anlagenbetrieb durch innovative Automatisierungskonzepte deutlich reduziert werden. Damit wurde langfristig auch ein Schritt zur Sicherung der Beitragsstabilität getan.

In den Belebungsbecken der Kläranlage Eilendorf wurden so genannte „Mammutrotoren“ eingesetzt. Diese dienen dazu, Luft in das Abwasser einzutragen, um die Mikroorganismen, welche die im Abwasser befindlichen Schmutzstoffe in unschädliche Substanzen umwandeln mit Sauerstoff zu versorgen. Die bisherigen Rotoren stammten aus den Jahren 1976/77 und waren altersbedingt zu ersetzen.

Außerdem entschloss man sich dazu, die Durchströmung der Umlaufbecken und das Durchmischen des Abwassers mit energetisch deutlich günstigeren Rührwerken herzustellen. Die von zwölf auf acht reduzierten „Mammutrotoren“ leiten das Abwasser nun deutlich ruhiger durch die Becken als vorher. Mit dem ruhigeren Fluss des Abwassers ist auch eine Geräuschreduzierung auf der Anlage für die anliegende Bevölkerung erreicht.

Nicht nur der Geräuschpegel, auch der Energiebedarf ist deutlich gesunken. Die Kläranlage kann nun jährlich Stromkosten von 67.000 Euro einsparen. Die verbesserte Reinigung des Abwassers führt zudem zu Einsparungen der Abwasserabgabe in Höhe von jährlich 30.000 Euro.

Bei der Abwasserreinigung fällt als „Abfallprodukt“ Klärschlamm an. Dank seines hohen organischen Anteils ist er ausfaulbar und wird dabei von Keimen und Gerüchen befreit. Das geschieht in einem ovalen Faulbehälter, wobei gleichzeitig energiereiches Methan gewonnen wird. Dieses wird in einem Blockheizkraftwerk für den Eigenbedarf der Kläranlage in Strom und Wärme umgewandelt. Der übrig gebliebene Schlamm wird soweit entwässert, dass er per Lkw ins Kraftwerk Weisweiler zur Mitverbrennung abtransportiert werden kann.
Auch die Zentrifuge selbst wurde erneuert, da die alte Maschine inzwischen sehr wartungsanfällig war und Leistungsverluste aufwies. Die neue Zentrifuge hat aufgrund neuer Techniken eine zirka 40 Prozent geringere Stromaufnahme als die alte Schlammentwässerungsmaschine.
Diese Prozesse mussten bisher manuell gesteuert werden. Das hatte zur Folge, dass die Schlammentwässerung ständig von einem Mitarbeiter betreut werden musste. Dieser Aufwand entfällt jetzt. Außerdem wird durch die neue Anlage ein Drittel Strom bei der Schlammentwässerung bzw. 10.000 Euro/Jahr an Stromkosten eingespart.
Nach Abschluss der Sanierung und Vorstellung durch den Wasserverband Anfang November sind sich die Gäste aus Politik und Verwaltung, sowie der Betreiber selbst einig, dass die Maßnahmen notwendig waren und überaus positive Resultate vorweisen können.