Cambio beim Bürgerfest

CarSharing-Kunden genießen das Leben ohne eigenes Auto bzw. Zweitauto und ohne die damit verbundenen Pflichten. Wer in der Nähe einer CarSharing-Station wohnt und weniger als 10.000 km im Jahr fährt, für den ist das Angebot ausgesprochen praktisch und preisgünstig. cambio hat das Ehepaar Renate Decker und Burkhard Fahl, langjährige CarSharing-Kunde aus Eilendorf, interviewt.

cambio: Wie sind Sie auf cambio aufmerksam geworden? Decker/Fahl: Bevor wir nach Aachen gezogen sind, wohnten wir in Bremen. Wir sind verkehrspolitisch interessiert und das CarSharing-Angebot in Bremen hat uns angesprochen. Wir sind 1998 bei Stattauto Bremen eingestiegen, also jetzt vor fast 20 Jahren.

cambio: Wann sind Sie zu cambio Aachen gekommen?
Decker/Fahl: Im Jahr 2000 haben sich die drei CarSharing Unternehmen in Bremen, Köln und Aachen zusammengeschlossen und cambio gegründet, also seit 2000 sind wir cambio-Kunde. 2002 sind wir nach Aachen gezogen und weiterhin cambio-Kunde geblieben.

cambio: Welche Gründe für CarSharing waren für Sie entscheidend? Decker/Fahl: Auto fahren statt besitzen ist für uns wichtig. Entscheidend sind auch die günstigen Preise des CarSharing-Angebots. Damals in Bremen haben wir mitten in der Stadt gewohnt und konnten fast alles mit dem ÖPNV abdecken. In Aachen ist die Wahl auf Eilendorf wegen der Nähe zum Bahnhof gefallen. Mobil sein ohne ein Auto zu besitzen. CarSharing ist für uns die perfekte Ergänzung zu Bus und Bahn.

ƒunterwescambio: Was gefällt Ihnen an CarSharing besonders? Welche Vorteile hat CarSharing für Sie? Fahl: Ich arbeite in Köln und kann wunderbar mit der Bahn zur Arbeit fahren. Wenn die Bahn streikt, nehme ich mir ein cambio-Auto. Decker: Wir haben kein Auto vor der Tür, das 4 Tage der Woche unbewegt bleibt. Ich arbeite mitten in Aachen und würde nie mit einem Auto zur Arbeit fahren. Ich nutze den ÖPNV. Wir haben einfach kein eigenes Auto nötig. Ein weiterer Vorteil: man braucht sich um nichts zu kümmern: TÜV, Winterreifen, Ölwechsel, Reparatur, wir haben immer ein funktionstüchtiges Auto, ohne uns darum zu kümmern. Und wir sind finanziell noch günstiger als mit einem eigenen Auto unterwegs.

cambio: Viele können sich ein Leben ohne Auto kaum vorstellen. Geht Ihnen ohne eigenes Auto ein Stück Freiheit verloren? Decker/Fahl: Nein, ganz im Gegenteil, wir fühlen uns freier! Wir sind anders mobil. Wir sind frei zu wählen, welches Transportmittel jeweils das günstigste ist. Wenn das eigene Auto vor der Tür steht, fährt man auch damit, ohne lange nachzudenken. Wir organisieren uns anders. Getränkekästen werden zum Beispiel geliefert. Drei Euros kostet die Lieferung. Warum dafür ein eigenes Auto haben? Man spart Zeit und Geld. Die Einkäufe und Termine werden anders organisiert. Man gewinnt einfach dadurch viel mehr Freiheit.

cambio: Sie sind also, wie man es nennt, multimodal unterwegs?
Decker/Fahl: Ja, wir sind viel mit der Bahn, mit Bus, zu Fuß und Rad unterwegs. Weil wir ohne eigenes Auto viel Geld sparen, zögern wir nicht in ein Taxi einzusteigen, wenn wir abends nach einem Besuch oder einer Party nach Hause fahren. Ja, wir sind multimodal unterwegs.

cambio: Die Idee, die zur Entwicklung von StadtteilAuto / cambio Aachen und von CarSharing in Deutschland führte, war umweltbewegt. Können Sie unsere Motivation, nachvollziehen?
Decker/Fahl: Ja, wir stehen auch noch voll dahinter. Es ist auch ein Stück unserer Motivation, bei cambio mitzumachen.

cambio: Empfehlen Sie CarSharing an Bekannte oder Freunde? Wenn ja, welche Argumente führen Sie dann an?
Decker/Fahl: Ja, wir empfehlen cambio weiter. Die Argumente sind einfach: das Auto steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung, das System ist unkompliziert, es ist günstiger als ein Taxi. Wir haben Freunde, die im Frankenberger Viertel zum Beispiel wohnen. Dort braucht man definitiv kein Auto.

cambio: Wir haben die Station in Eilendorf im Rahmen der cambioWahl 2012 eröffnet. Damals hatte Eilendorf die meisten Stimmen bekommen. Schön für den Erhalt der Station in Eilendorf wäre noch mehr Kunden zu gewinnen. Haben Sie Tipps dafür? Decker/Fahl: Wir denken, dass mehr Eilendorfer bei cambio einsteigen würden, wenn es eine Station am Bahnhof gäbe.

cambio: Sind Sie schon mit einem cambio-Elektroauto (15 in der cambio-Flotte) gefahren? Decker/Fahl: Nein, noch nicht, haben wir aber vor.

cambio: Letzte Frage: cambio Aachen hat in 2015 ein Jubiläum gefeiert? Wissen Sie welches? Decker/Fahl: 25 Jahre!

cambio: Das wissen nicht viele! Herzlichen Dank Frau Decker und Herr Fahl für das sehr nette Gespräch.