Heimat erforschen, Heimat erleben und Heimat mit zu gestalten hat sich der Eilendorfer Heimatverein schon seit 1983 zur Aufgabe gemacht. Seither hat der Verein viel aufgebaut. Das Archiv in der Weißen Schule am Kirchplatz birgt historische und zeitgeschichtliche Dokumente, Bilder und Quellen aus 779 Jahren Eilendorf. Aber nicht nur die Vergangenheit liegt dem Heimatverein am Herzen, auch in die Zukunft hat der Verein schon viel investiert. Ganz aktuell ist zum Beispiel das Wissen über das ursprüngliche Umfeld des Eilendorfer Bahnhofs gefragt. Mit den Umbauplanungen der Stadt Aachen und der Deutschen Bahn kommen Fragen über Besonderheiten des Gebietes auf und diese werden an den Heimatverein herangetragen. Dies ist nur ein Aufgabenfeld, das sich mit Geschichte und Zukunft zugleich beschäftigt. Helmuth Kind, Vorsitzender des Heimatvereins, erinnert sich in diesem Zusammenhang immer gerne an den Ausspruch seines Fahrlehrers: „Immer in den Rückspiegel gucken, bevor man weiterfährt.
“ Somit gibt es auch für die Jüngsten im Dorf die Möglichkeit, vom Heimatverein zu profitieren. Das Projekt Bauwagen auf dem Knopp steht jetzt auch wieder auf der Agenda. Die VR-Bank Eilendorf ermöglicht mit ihrer Spende von 1.000 Euro die Wiederinstandsetzung der Wagen. Hier sollen die Kinder aus den Kindergärten und Grundschulen einen Anlaufpunkt haben, um ihre Umgebung zu erkunden. Eigens dazu erarbeitet der Heimatverein Programme, mit denen den Kindern Heimat auf spielerische Weise nähergebracht wird. Gesucht werden für dieses Projekt noch Bürger, die mit den Kindern gemeinsam die Zeit an den Bauwagen verbringen. Die OT-Verlautenheide hat sich dem Projekt bereits angeschlossen. Zum einen liegt es für die Eilendorfer Nachbarn nahe, diesen Ort mit zu nutzen und zum anderen wäre die Gefahr des weiteren Vandalismus hoffentlich verringert. Interessenten, die die Bauwagen gerne nutzen möchten, können sich gerne direkt an Helmuth Kind (Telefon: 553321) wenden.
Ein weiteres aktuelles Anliegen, das dem Verein besonders am Herzen liegt, ist der Ausbau des Naherholungsgebietes. Wenn es gelingt, neue Wanderwege und Bodendenkmäler fest in den neuen Landschaftsentwicklungsplan NRW einzubringen, dann wäre ein großer Schritt zur Erhaltung der Grünflächen rund um Eilendorf gemacht. Dazu wird es ab September Wanderungen, bzw. Begehungen geben, die dokumentiert und in das Projekt Wanderwege „Wege wohin und wozu?“ einfließen werden.
Für den Herbst steht auf dem Terminplan des HVE eine Ausstellung mit Bildern von Wilhelm Sistermann, in Eilendorf aufgewachsen, Hobbyfotograf und taubstummer Vater von Maria Wallisfurth. Außerdem wird aus dem Buch „Sie hat es mir erzählt“ von Maria Wallisfurth, in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden, vorgelesen. Ein Buch über die Geschichte ihrer taubstummen Eltern, das sogar in Amerika veröffentlich wurde. Die Bilder möchte Maria Wallisfuth dem Heimatverein nach der Ausstellung überlassen. Ein ganz besonderes Geschenk für den Heimatverein, das das Archiv wird wieder um eine kostbare zeitgeschichtliche Bilderquelle erweitert.
Doch um das Archiv weiter zu erhalten, zu digitalisieren und nutzbar zu machen, braucht es Bürger, die sich für Heimat einsetzen. Ob es nun Ur-Eilendorfer oder Neu-Eilendorf sind, Eilendorf kann Heimat für jeden sein. Der Heimatverein zählt zwar immer noch 500 Mitglieder, davon sind allerdings nur 80 Bürger unter 60 Jahren. Da ist noch viel Platz für Neues und Neue.
Aktive Mitglieder zu finden, die sich an Projekten, am Heimatforum und an Fahrten und Ausflügen beteiligen, ist ein besonderes Anliegen von Helmuth Kind.
Gut erholt geht der 3. Eiendorfer Orgelsommer nach den Ferien weiter. Mit einem Bachkonzert und den niederländischen Organisten Kee van Eersel startet das Musikevent in die zweite Halbzeit. Am 1. September 2017 um 20 Uhr öffnet die Pfarrkirche St. Severin wieder ihre Pforten für Orgelbegeisterte und diejenigen, die es noch werden wollen. Kees van Eersel studierte Orgel, Klavier, Kirchenmusik und Chorleitung am Konservatorium in Rotterdam, in Utrecht und an der Schola Cantorum Paris. Er errang 1969 bei Jean Langlais den Prix de Virtuosité, 1971 den Prix d´Excellence in den Niederlanden und Preise bei vielen weiteren Orgelwettbewerben. Seit 1974 ist Kees van Eersel Kirchenmusikdirektor an der Großen Maria-Magdalena-Kirche in Goes. Außerdem ist er Glockenspieler und Leiter des Zeeuws VokaalEnsemble. Neben seiner Konzerttätigkeit in den Niederlanden und im europäischen Ausland arbeitet er als Lehrer und Komponist. Weitere drei Orgelkonzerte im Rahmen des 3. Eilendorfer Orgelsommers finden am 8. und 24. September an St. Severin und am 15. Septemberan St. Fronleichnam statt. Zu allen Konzerten ist der Eintritt frei! Der Förderverein für Kultur und Musik an St. Severin freut sich über zahlreiche Besucher.
Am Sonntag, dem 6. August veranstaltet der Radsportclub Schwalbe 08 Eilendorf wieder seine Radtourenfahrt „Schwalbe-Tour Nordeifel“. Teilnehmen kann jeder Radsportfreund, der sich fit fühlt und ein verkehrssicheres Fahrrad besitzt. Wie in den Vorjahren werden wieder einige 100 Radsportler erwartet. Die kurze Strecke führt über 42 km in Richtung Roetgen und ist auch für Familien geeignet. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist die Teilnahme kostenlos. Weiterhin können Touren über 72, 112 und 152 km Länge durch landschaftlich schöne Gebiete der Nordeifel ausgewählt werden. Die Rundkurse verlaufen u. a. über Roetgen, Lammersdorf, Hürtgenwald, Gey, rund um Düren, Nideggen, Schmidt und Simmerath. Es sind einige kräftige Steigungen zu bewältigen und besonders die lange Strecke stellt hohe Anforderungen an die Kondition der Radsportler. Genaue Streckenpläne findet man unter www.schwalbe-eilendorf.de . Der Start ist an der Kleebachschule in der Lindenstraße 91 in Aachen-Eilendorf. Gestartet werden kann von 7 bis 10 Uhr, für die 152-km-Strecke allerdings nur bis 8 Uhr. Jeder kann allein oder in Gruppen fahren und sein Tempo selbst bestimmen. Die Strecken sind mit Hinweispfeilen ausgeschildert, unterwegs gibt es Verpflegungsstellen. Für die drei teilnehmerstärksten RTF-Vereinsmannschaften und die drei stärksten sonstigen Gruppen sind Pokale ausgeschrieben. Ebenfalls gibt es Preise für die jüngsten und ältesten Teilnehmer. Für das leibliche Wohl ist an Start und Ziel mit einem Imbissstand gesorgt.