Abgespeckte Bezirksvertretungssitzung

In der Februarsitzung der Eilendorfer Bezirksvertretung konnten aus Pandemiegründen nur die zwingend notwendigen Punkte der Tagesordnung abgearbeitet werden. Dabei stand das ‚Aufregerthema‘ Erschließungsgebühren Breitbenden gleich zu Anfang auf dem Programm. Leider konnte nur wenigen Bürgern der Einlass in den Sitzungssaal Aufgrund des Coronaschutzes gewährt werden. Doch bereits im Vorfeld wurden den Eigenheimbesitzer Informationen über den Abrechnungsmodus für die Erschließungsgebühren im Neubaugebiet Breitbenden schriftlich mitgeteilt. Für die wenigen betroffenen anwesenden Bürger ging Eckard Larosch, Fachbereichsleiter Vertrags,- Vergabe- und Fördermittelmanagement der Stadt Aachen, noch einmal auf die Kostenberechnung der Stadt Aachen für das Gebiet ein. Dieser komplizierte und für die Betroffenen häufig nicht nachvollziehbare „Abrechnungsmodus war bei der Planung des Neubaugebietes nicht gewollt. Doch während der langen Umsetzung des Neubaugebietes, seit Beginn 1999 sind 22 Jahre vergangen, hat die geänderte Rechtsprechung diese Planung aufgehoben“, erklärt Larosch und stellt in Aussicht, das die Stadt die weitere Bebauung zügiger vorantreiben möchte, um weitere Kostensteigerungen für die Bürger zu vermeiden. Nachdem die Bürger im Anschluss das Wort erhielten, wurde der Wunsch nach Klarheit für jeden einzelnen Eigenheimbesitzer immer deutlicher. Bezirksvertretung und Stadtverwaltung konnten sich daraufhin einigen, die Bescheide noch im Februar zu verschicken und im Anschluss eine Informationsveranstaltung und individuelle Beratungsgespräche für noch offene Fragen einzelner anzubieten.

Der nächste Tagesordnungspunkt, Bedarfsplanung Kitabetreuung, ist in Eilendorf seit Jahren ebenfalls ein eher unbefriedigendes Thema. Eilendorf ist auch in diesem Jahr wieder Schlusslicht im Bereich Kinderbetreuung. Für die über dreijährigen Kinder liegt das Angebot an Plätzen derzeit bei 75% und bei den unter Dreijährigen sogar nur bei 33%. Heinrich Brötz, Fachbereichsleiter der Abteilung Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen, ist das Problem durchaus bewusst und es resultiert zum einen „aus dem überproportionalen Wachstums des Eilendorfer Stadtteils mit deutlich mehr Kindern, als im Rest der Stadt Aachen“. Außerdem hat die Stadtverwaltung in den letzten Jahren mit der Suche nach neuen möglichen Örtlichkeiten für Kitas viel Zeit verbraucht. Mit viel Optimismus könnte 2021 der Bau der Kita an der Kaiserstraße beginnen. Doch ob ein möglicher Investor bis zum Frühjahr den Zuschlag für den Auftrag bekommt, ist noch nicht sicher und auch dann wäre „die Baubeginn 2021 sehr sportlich“, weiß auch Heinrich Brötz. Die Kita im Neubaugebiet Breitbenden ist schon in Planung, doch wann tatsächlich in den acht Gruppen Kinder betreut werden können, ist ebenfalls noch nicht spruchreif. Somit müssen die Eilendorfer wohl noch ein Zeitlang auf Entspannung der Situation warten.

Die nächste öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung findet am Mittwoch, dem 17. März 2021, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksamtes statt. Inwieweit zu diesem Zeitpunkt die Corona-Beschränkungen wieder gelockter und damit auch wieder mehr Gäste zugelassen werden können, war bis zum Redaktionsschluss noch nicht absehbar.

Ehrenamtsförderung

Gute Nachrichten für alle ehrenamtlich tätigen Menschen: Das Land NRW stärkt bürgerschaftliches Engagement. Mit insgesamt 24 Millionen Euro – allein vier Millionen Euro im Jahr 2021 – werden unter anderem eine Landesservicestelle und ein Landesnetzwerk eingerichtet. Das hat die Landesregierung Anfang Februar beschlossen.

Außerdem werden das Förderprogramm „2000 x 1000 Euro für das Engagement“ umgesetzt und die Förderung von Qualifizierungsangeboten für Engagierte gewährleistet. Das Büro für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement begrüßt die Förderung: „Das ist eine sehr schöne Nachricht für alle ehrenamtlich Tätigen“, sagt Heiko Hartleb. All das findet im Rahmen einer Engagementstrategie statt, die aus neun Handlungsfeldern besteht und 56 Ziele beinhaltet. Auf der Webseite der Landesregierung ist die Information zu finden, dass in Nordrhein-Westfalen sechs Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv sind. Weiter heißt es dort: „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar und gesellschaftlicher Zusammenhalt besonders wichtig.“ Mehr Informationen unter: www.engagiert-in-nrw.de/kabinett-beschliesst-engagementstrategie-fuer-das-land-nordrhein-westfalen.

Lebensretterinnen und -retter gesucht!

In der Region Aachen müssen jährlich ca. 1.000 Notfallpatienten wiederbelebt werden. Acht bis neun Minuten benötigt der alarmierte Rettungsdienst durchschnittlich, bis er am Patienten eintrifft. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt für das Überleben allerdings jede Minute: Innerhalb von 3-5 Minuten ohne Versorgung treten irreversible Schäden im Gehirn auf. Ein Überleben des Herz-Kreislauf-Stillstands ist nur möglich, wenn in den ersten Minuten mit einer effektiven Herzdruckmassage begonnen wird.

Die Initiative „Region Aachen rettet“ setzt sich für eine verbesserte Erstrettung von Notfällen ein, insbesondere um die Überlebenschance nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu erhöhen. Die Partner der Initiative sind die Rettungsdienste der Stadt Aachen, der StädteRegion Aachen sowie der Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen und der Region Aachen Zweckverband.

Herzstück dieser Initiative ist ein Smartphone-basiertes Alarmierungssystem für Ersthelferinnen und Ersthelfer, das passend zum heutigen Europäischen Tag des Notrufs in der gesamten Region Aachen in Betrieb geht. Die innovative Region-Aachen-rettet-App bietet zukünftig einen entscheidenden Mehrwert: Im Falle eines Notfalls werden nach Notarztalarmierung jetzt auch qualifizierte Ersthelfer* innen aus dem Alarmierungssystem benachrichtigt. Die App greift dabei auf registrierte Helfer*innen in nächster Nähe/Reichweite des Notfalls zurück, die dann mit der Erstversorgung beginnen können noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Durch diesen Zeitgewinn steigen die Überlebenschancen der Patienten! Die Einführung eines einheitlichen Alarmierungssystems für die Region Aachen ermöglicht, dass Ersthelferinnen und Ersthelfer nicht nur an ihrem Wohnort Menschenleben retten können, sondern in der gesamten Region Aachen mit ihren 1,3 Millionen Einwohner*innen in 46 Städten und Gemeinden im Notfall helfen können. In der Einführungsphase von Region Aachen rettet möchten die regionalen Partner zunächst medizinisch qualifiziertes Personal (z.B. Ärzt*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Rettungsdienstpersonal etc.) gewinnen. Ihre Ausbildung stellt eine optimale Erstversorgung der Patienten und ein reibungsloses Zusammenspiel mit dem alarmierten Rettungsdienst sicher. Im nächsten Schritt ist die Ausweitung des Systems auf geschulte Laien geplant, die als Ersthelfer*innen tätig sein wollen. Voraussetzung hierfür wird die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs sein, der nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Prinzip – So funktioniert´s Region Aachen rettet – Eine Initiative zur Verbesserung der Erstrettung bei Notfällen in der Region Aachen. Partner sind die Rettungsdienste der Stadt Aachen und der Städteregion Aachen sowie der Kreis Düren, Heinsberg und Euskirchen und der Region Aachen Zweckverband.

Medizinisch qualifizierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region Aachen (Stadt Aachen, Städteregion Aachen, Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg) können sich über die Region-Aachen-rettet-APP (Die technologische Basis bildet die von der umlaut telehealthcare GmbH entwickelte App corhelper) registrieren, dort ihren Qualifikationsnachweis hochladen und nach Freischaltung als Ersthelfer und Ersthelferinnen in allen beteiligten Kommunen, d.h. in der gesamten Region Aachen, alarmiert werden. regionaachenrettet.de

Weitere Informationen Region Aachen Zweckverband Elke Breidenbach | Leiterin Gesundheitswirtschaft Rotter Bruch 6, 52068 Aachen Telefon +49 (0)241 927 8721-70, E-Mail: breidenbach@regionaachen.de, Internet: www.regionaachen.de