Mit dem Ortsbus zum Wochenmarkt

Ein großer Bahnhof für einen kleinen Bus“, stellt Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler den kleinen Bus auf dem Eilendorfer Wochenmarkt vor. Mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator einen Wochenmarkt zu besuchen, ist nicht immer einfach. In Eilendorf wird ab dieser Woche ein so genannter Ortsbus Abhilfe schaffen. Die neue Buslinie startet am 20. Oktober zu einem mehrmonatigen Probebetrieb und fährt immer donnerstags zu den Markttagen durch den Bezirk. Damit sind der Markt, das Oberdorf, das Neubaugebiet und die an der Strecke liegenden Arztpraxen und Geschäfte für die Eilendorfer*innen gut erreichbar. Der Kleinbus bietet Platz für 24 Fahrgäste, hat zwölf Sitzplätze und ist mit einer Klapprampe ausgestattet. So können auch Fahrgäste mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen bequem ein- und aussteigen.

Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler ist begeistert, dass das Projekt nun endlich ins Rollen kommt: „Jeder, der sich damit befasst hat, hat dies mit Herzblut gemacht. Uns fehlte tatsächlich ein Bus, der den Ort durchquert.“ Karin Liljegren, Verkehrsplanerin vom Fachbereich für Verkehrsplanung und Mobilität der Stadt Aachen freut sich ebenfalls über die Umsetzung: „Es ist wichtig, umweltfreundliche Alternativen für das Auto anzubieten. Wir hoffen, dass das Angebot rege genutzt wird.“

Der neue Eilendorfer Ortsbus ist jeden Donnerstag zwischen 8.40 Uhr und 13 Uhr im Halbstundentakt unterwegs. Ziel und Start ist der Eilendorf Markt. Zum Fahrplan gibt es ein eigenes Faltblatt, das in Eilendorf ausgelegt wird und das online über www.aseag.de einzusehen ist. Pro Fahrt ist ein Ticket für Kurzstrecken, ein Flugs-Ticket, zu kaufen. Das kostet derzeit 1,70 Euro. „Als besonderes Bonbon, kann man in Eilendorf mit dem Flugs-Ticket sogar durch den ganzen Ort statt nur vier Haltestellen fahren“, verrät Klaus-Dietfried Büttner-Zedlitz von der Angebotsplanung der ASEAG.

In Brand wird das Angebot eines Ortsbusses bereits seit 2020 genutzt. Dort werde der Ortsbus bald in den Regelbetrieb gehen, wie Tobias Capellmann von der Angebotsplanung der ASEAG ankündigte. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Kleinbus in Brand hat Klaus-Dietfried Büttner-Zedlitz keine Bedenken, dass das neue Angebot auch in Eilendorf gut ankommt.

Krimi-Lesungen

Wenn im November das schlechte Wetter uns in die Sofaecken drängt, dann könnten die Lesungen zu den Aachener Krimitagen, organisiert von Marcel Emonds-pool Inhaber von „Das Buch in Eilendorf“, Motivation sein, Aachener Autoren live zu erleben.

Am 7. November liest Elke Pistor aus „Kling und Glöckchen“! Im Küchen Kochs Studio, Grüner Weg, hören Sie ab 19.30 Uhr Geschichten zu „Schöner Morden zur Weihnachtszeit“.

Auch eine fachgerecht entsorgte Leiche ist eine Leiche und erfordert die Anwesenheit der Polizei, beschließt Janne Glöckchen, als sie eine Tote zwischen ihren farblich sortierten Mülltonnen findet. Wohl fühlt sie sich dabei allerdings nicht, liegt doch in ihrem Keller bereits ihre verstorbene Chefin Irmgard Kling auf Eis. Aber schlimmer geht immer: Ein junger Mann mit unlauteren Absichten und eine dritte Leiche machen die Aussicht auf eine besinnliche Vorweihnachtszeit für Janne vollends zunichte …

Sascha Gutzeit liest aus „Der Mann, der keine Büchse warf“! Der Autor und Schauspieler präsentiert am 17. November um 19.30 Uhr ebenfalls bei Küchen Kochs seinen neuen Thriller. In „Der Mann, der keine Büchse warf!“ geht es um eine versteckte Leiche, die Beute aus einem Bankraub und ein legendäres Fußballspiel. Das Buch ist eine Hommage an das berühmte „Büchsenwurfspiel“ und gleichzeitig ein bitterböser Krimi, der in und um Mönchengladbach spielt: 20. Oktober 1971. Der Bökelberg in Mönchengladbach. Im Europapokal der Landesmeister tritt die Borussia gegen Inter Mailand an. Werden Netzer, Vogts, Heynckes und Co. gegen den Favoriten aus Italien eine Chance haben? Hochspannung pur – auch bei den beiden Zuschauern, die ein dunkles Geheimnis verbindet…

Keiner liest wie Ralf Kramp! Leider nicht wie vorangekündigt aus „Blaues Blut – Ein Herbie Feldmann Krimi“, das Buch ist noch nicht erschienen, sondern aus dem Tatort Eifel Krimi „Grillen und Killen“! In der evangelischen Versöhnungskirche Johannesstraße wird es am 18. November ab 19.30 Uhr heiß hergehen.

Mörderische Story und kriminell gute Rezepte, das heißt: Aufspießen, Marinieren, Flambieren – bei diesem mörderischen Grillvergnügen ist alles erlaubt! Ist Ihnen bei einem schönen Dry Aged Steak nicht schon einmal der Gedanke an eine Mumie gekommen? Beim gefüllten Riesenchampignon an Gift? Beim Erdbeerketchup an eine Schusswunde? Tickets für alle Lesungen gibt es in der Buchhandlung „Das Buch in Eilendorf“.

„Moral Dilemma – Der Westen und die Autokraten“

Iim Oktober dieses Jahres erschien das neue Buch „Moral Dilemma – Der Westen und die Autokraten“ des Eilendorfers Stephan Kaußen. Wir sprachen mit dem promovierten Journalisten, Hochschuldozenten und Moderator über sein neuestes Werk.
Eilendorf aktuell: Stephan, was ist die Kernaussage Deines neuen Buches?
Kaußen: Unser größter Fehler der letzten Jahre ist zu glauben, der Rest der Welt müßte doch so denken und ticken wie wir. Das stimmt einfach nicht. Obwohl vor drei Jahrzehnten die Mauer in Berlin fiel und es überall Grund zur Hoffnung auf weltweite Verbesserungen gab. Die Mehrzahl der Staaten und Menschen entwickelt sich nicht hin zur Demokratie und Freiheit, sondern von ihr weg.
EA: Konkret?
Kaußen: Der „Politische Westen“ umfasst nur rund eine Milliarde Menschen – von acht! Über diese Größenordnung redet keiner. Nicht die Politik und auch nicht die Medien. Trotzdem meinen wir als Westen immer jedem vorschreiben zu müssen, wie man zu leben und handeln habe. Die Wahrheit ist: Viel mehr Staaten und Milliarden Menschen ticken noch wesentlich konservativer, traditioneller und auch autoritärer als wir. Das ist zur entscheidenden globalen Spaltung geworden.
EA: Besteht Hoffnung auf Umkehr?
Kaußen: Ich fürchte aktuell kaum. Im Gegenteil: Wenn 2024 der Trumpismus in den USA zurückkehrt, ist selbst der Westen nicht mehr ‚eine Denkwelt‘. Bisher waren die Orbans und Johnsons ja die Minderheit bei uns. Hinzu kommt der Faktor China: Weite Teile Asiens und Afrikas sehen in der Kooperation mit China ihre Zukunft, nicht mehr mit uns…
EA: Bedeutet?
Kaußen: Wir müssen kleinere Brötchen backen, wirtschaftlich und moralisch. Wenn wir zum Beispiel weiter einen Boykott der Fußball-WM in Katar fordern, liefert der Nahe Osten sein Öl und Gas eben woanders hin. Dorthin, wo ihnen keiner Vorwürfe macht. Das ist das MORAL DILEMMA unserer Zeit. Wir brauchen als Westen mehr Realpolitik gegenüber den Autokraten, weniger Moralpolitik.
EA: Das klingt düster!

Kaußen: Ja, leider. Aber China könnte von heute auf morgen noch viel mehr Lieferketten abschneiden, von denen unser Wohlstand komplett abhängt. Ob Technolgie- oder auch Basisgüter aller Art. Mikrochips, medizinische Grundstoffe, seltene Erden und selbst die bei uns zur Energiewende nötigen Windräder und Solarmodule etc. Wir haben uns ja auf so vielen Feldern total abhängig gemacht. Natürlich würden gekappte Handelsketten auch dort Schäden anrichten, aber viel kleinere als bei uns. Wir brauchen die ‚Rohstoffe’ der Welt viel mehr als die Welt uns. Das ist erschreckend, aber vielleicht die kommende Realität.
EA: Lieber Stephan, vielen Dank für das Gespräch.