Bewegende Bilder

Von New York direkt nach Eilendorf! Die Bilder des international renommierten Fotojournalisten und Autoren Daniel Etter, der unter anderem für den Spiegel, den Stern, die New York Times und auch die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen (UNHCR) arbeitet, geben den Menschen ein Gesicht. Leider konnte Daniel Etter bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung im Sitzungssaal des Bezirksamtes Mitte Februar seine Geschichten zu den Bildern nicht selbst erzählen. Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler eröffnete die Ausstellung und berichtete an seiner statt über die dramatischen Erlebnisse der Flüchtlinge. Das Titelfoto, für das er ausgezeichnet wurde, entstand auf der griechischen Insel Kos und die Geschichte dieser Familie, die es bis nach Berlin schaffte, begleitete er bis zu dem Zeitpunkt ihrer Rückkehr in ihre Heimat. Flüchtlinge verstehen, das möchte Daniel Etter mit seinen Fotos erreichen und sie nicht bloßstellen. Auch die weiteren 18 Fotografien, die an den Außengrenzen Europas entstanden sind, dokumentieren die Schicksale geflüchteter Menschen auf der Suche nach einer sicheren und besseren Zukunft. Die Aufnahmen stammen aus Marokko, Libyen, Serbien, Griechenland und der Türkei. Aber der Abend hatte auch eine schöne Seite. Zahlreiche Familien, die in Eilendorf eine neue Heimat gefunden haben, waren nicht nur dabei, sondern mitten drin. Wie die Musikgruppe Babylon Tamam, die aus sechs jungen Männern besteht, die selbst aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Alen Saitov, Mohammad Ibrahim, Idriz Beyzak, Sultan Beyzak und Al Emin Saitov machen seit eineinhalb Jahren unter der Leitung des Musikers Sasan Azodi gemeinsam Musik. Mit dem selbst komponierten Lied „Ich will in einen Himmel schauen, aus dem keine Bombe fällt“, haben sie an diesem Abend die Gäste auf die Flucht mitgenommen, die sie selbst erlebt haben und die auch das Schicksal der Menschen auf den Fotos sehr gut in Worte fasst. Häppchen und Getränke standen außerdem für die Gäste bereit. Hierfür sorgten zum allgemeinen Wohle auf der Vernissage die Köche von „Eilendorf kocht…“!