Im Jahr 2022 jährt sich die kommunale Neugliederung in Aachen zum 50. Mal. Das sogenannte Aachen-Gesetz trat am 1. Januar 1972 in Kraft, mit dem die Neugliederung des Kreises Aachen beschlossen wurde. Aachen wuchs dadurch nicht nur auf etwa das Dreifache seiner Fläche, sondern gewann auch rund 63.000 Einwohner hinzu. Die ehemaligen Gemeinden Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim wurden zu neuen Stadtteilen der Stadt Aachen.
Die kommunale Neuordnung von 1972, bei der die sieben Gemeinden ihre Eigenständigkeit verloren, war nichts völlig Neues, fand jedoch in einem bisher nicht gekannten Ausmaß statt.
In der Ausstellung im Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen, vom 30. April 2022 bis 14. August 2022, werden die vielgestaltigen Hintergründe und Auswirkungen der Neugliederung sowie die unterschiedlichen Perspektiven von Stadt, Gemeinden und Bürger*Innen vorgestellt. Dabei stehen die sieben eingemeindeten Orte mit ihrer jeweiligen historischen Entwicklung, ihren Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Zentrum.
Gezeigt werden Dokumente verschiedenster Art, Pläne und Karten, Foto- und Filmmaterial sowie dreidimensionale Exponate wie Vereinsfahnen, Einrichtungsgegenstände aus den alten Gemeindesälen und Modelle historischer Gebäude. Infografiken und Karten erläutern anschaulich die wichtigsten Aspekte, darüber hinaus gibt es Medienstationen mit Zeitzeugeninterviews mit Beteiligten aus Politik und Verwaltung, die von ihren persönlichen Erfahrungen berichten.
Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Heimat- und Geschichtsvereinen der eingemeindeten Orte. Kurator der Ausstellung ist Lars Neugebauer.
„Viel mehr als eine Durchgangsstraße! Geburtstage – zurückliegend sind sie nur Stationen eines Weges und doch Anlass über Geschehenes nachzudenken, Bilanz zu ziehen über das, was getan ist, und Ausblick zu nehmen auf das, was noch zu tun bleibt.
Die Geschichte Eilendorfs hat sich nie isoliert vollzogen, sondern über den eigenen Glockenklang hinaus vernetzt…,“ so die Einleitung von Helmuth Kind, Vorsitzender des Heimatvereins Eilendorf, in einem Ortsporträt über Eilendorf. Von den Ursprüngen bis zur Französischen Revolution, über Eilendorf unter französischer und anschließend unter preußischer Herrschaft bis zur Trennung von Forst, spannt Helmuth Kind den Bogen der Geschichte bis zu den ersten Jahren Eilendorfs als selbstständige Bürgermeisterei, seine Geschichte im Zweiten Weltkrieg und die letzten 70 Jahre. Der Beitrag erscheint in dem Begleitband zur Ausstellung und ist zum Preis von 14,80 Euro im Museumsshop und als Bestellung per Mail an kulturservice@mail.aachen.de erhältlich.